Martin Sommerfeldt

Martin Sommerfeldt

Martin Sommerfeldt, der Sohn des Hofkaplans Eggert Sommerfeldt, wurde am 5. Februar 1899 in Glücksburg geboren. Nach dem Schulbesuch in Flensburg trat er in die Bundeswehr ein und diente im Ersten Weltkrieg.

Sommerfeldt vertrat rechte Ansichten und beteiligte sich am Kapp-Putsch. Er arbeitete auch als Journalist und verfasste eine Biographie über Hermann Göring. Laut Charles R. Bambach ist das Buch Hermann Göring (1933) „bietet eine heroisch-mythologische Darstellung der kriegerischen Heldentaten von Göring“. Das Buch hat in zwei Jahren vierzehn verschiedene Auflagen durchlaufen. (1)

Als Mitglied der NSDAP wurde er zum Pressechef Görings ernannt. Seine Aufgabe sei es, "das regelmäßige Briefing der ausländischen Pressevertreter durchzuführen, das vom Staatlichen Presseamt ​​veranstaltet wird". (2)

Am 28. Februar 1933 fing das Reichstagsgebäude Feuer. Es wurde um zehn Uhr gemeldet, als ein Berliner die Polizei anrief und sagte: "Die Kuppel des Reichstagsgebäudes brennt in hellen Flammen." Minuten später traf die Berliner Feuerwehr ein und obwohl der Hauptbau feuerfest war, brannten die holzgetäfelten Hallen und Räume bereits. (3)

Sommerfeldt brachte die Informationen nach Göring. Er behauptete, dass er ruhig wirkte, und dachte, dass "obwohl er von der Brandstiftung schockiert war, sie für nicht sehr wichtig hielt". (4) Göring ging jedoch hin, um zu sehen, was passierte. Bald darauf trafen Adolf Hitler und Joseph Goebbels ein. Auch Rudolf Diels: "Kurz nach meiner Ankunft im brennenden Reichstag war die nationalsozialistische Elite eingetroffen. Auf einem aus dem Saal ragenden Balkon waren Hitler und seine treuen Gefolgsleute versammelt." Göring sagte ihm: „Dies ist der Beginn der kommunistischen Revolte, sie werden jetzt ihren Angriff beginnen! Kein Moment darf verloren gehen. Es wird keine Gnade mehr geben. Jeder, der uns in den Weg stellt, wird getötet Nachsicht nicht dulden. Jeder kommunistische Funktionär wird dort erschossen, wo er gefunden wird. Jeder, der mit den Kommunisten im Bunde ist, muss verhaftet werden. Auch für Sozialdemokraten wird es keine Nachsicht mehr geben." (5)

Hitler ordnete an, dass alle Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) "in derselben Nacht gehängt werden sollten". Paul von Hindenburg legte sein Veto gegen diese Entscheidung ein, stimmte jedoch zu, dass Hitler "diktatorische Befugnisse" übernehmen sollte. Die Verhaftung aller KPD-Abgeordneten des Reichstags wurde angeordnet. Darunter auch Ernst Torgler, der Vorsitzende der KPD. Göring kommentierte, dass "die Liste der kommunistischen Verbrechen bereits so lang und ihre Straftaten so grauenhaft waren, dass ich auf jeden Fall entschlossen war, alle mir zur Verfügung stehenden Kräfte einzusetzen, um diese Seuche rücksichtslos auszurotten". (6)

Hermann Göring bat Sommerfeldt, so viel wie möglich über den Reichstagsbrand herauszufinden. Er entdeckte, dass Marinus van der Lubbe in dem Gebäude festgenommen worden war: "Ich erfuhr, dass das Feuer um 21 Uhr von einem Zivilisten entdeckt wurde, der den nächsten Polizisten benachrichtigte. Dieser alarmierte eine Polizeistreife, die Polizeistation alarmierte die Feuerwehr, usw. Der Polizist sah, wie ein Mann wild an einem Vorhang über einer der großen Scheiben in der Lobby zerrte und schoss auf ihn. Als die Polizei das Gebäude betrat, fanden sie überall brennende Anzünder vor, die auf Brandstiftung hindeuteten etwa einen Zentner dieses Materials und verhaftete einen Mann, der in den Gängen wie verrückt zu laufen schien. Der Mann trug Feueranzünder bei sich." (7)

Göring weigerte sich, den Bericht anzunehmen und war überzeugt, dass Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) dafür verantwortlich waren. Adolf Hitler ordnete an, alle Führer der KPD sollten "in derselben Nacht gehängt werden". Paul von Hindenburg legte sein Veto gegen diese Entscheidung ein, stimmte jedoch zu, dass Hitler "diktatorische Befugnisse" übernehmen sollte. (8)

Göring fragte Sommerfeldt: „Warum einen einzigen Mann (Marinus van der Lubbe) erwähnen? Es waren zehn oder sogar zwanzig Männer! Verstehen Sie nicht, was da passiert ist? Sommerfeldt widersprach: „Ich glaube nicht, Herr Minister. Niemand hat so etwas erwähnt, nicht einmal Diels, den ich im Reichstag gesehen habe. Er dachte nur, dass die Kommunisten verantwortlich sein könnten Mein Bericht basiert auf den amtlichen Feststellungen der Feuerwehr und der Polizei."

Martin Sommerfeldt behauptete später, Göring habe ihm gesagt, er werde seinen eigenen Bericht schreiben: „Göring fing an, seiner Sekretärin zu diktieren, ohne einmal aufzuhören, aber ab und zu einen Blick auf ein Blatt Papier zu werfen war als Signal für eine kommunistische Kampagne von Blutvergießen und Brandstiftung gedacht. Er befahl der Polizei, alle kommunistischen Funktionäre in Schutzhaft zu nehmen und alle marxistischen Zeitungen zu beschlagnahmen. Göring verzehnfachte meine eigenen Zahlen mit einem Seitenblick in meine Richtung ." (9)

Durch Gespräche mit hochrangigen Persönlichkeiten der NSDAP wurde Sommerfeldt überzeugt, dass Joseph Goebbels für den Reichstagsbrand verantwortlich war. Das kam zunächst aus einem Gespräch mit Ernst Röhm: „Ich ließ einen sanften Hinweis fallen, dass der Reichstagsbrandprozess zu persönlichen Differenzen zwischen Göring und mir geführt habe, und Röhm fragte überrascht: „Was um alles in der Welt hat Göring mit der ganzen Sache zu tun? ?" Dann behauptete er, der "Teufel Goebbels sei verantwortlich". (10)

„Von der Brandnacht bis heute bin ich überzeugt, dass der Reichstag weder von den Kommunisten noch von Herman Göring angezündet wurde, sondern dass das Feuer der stück de widerstand des Wahlkampfes von Dr. Goebbels, und dass er von einer Handvoll Sturmtruppen eingeleitet wurde, die alle danach von SS-Kommandos in der Nähe von Berlin erschossen wurden. Es war die Rede von zehn Männern und davon, dass die Gestapo das Verbrechen aufklärt." Auch von Karl Ernst und Rudolf Diels erhielt Sommerfeldt Hinweise zum Brand: der von giftigem Hass auf Goebbels erfüllt war, sowie vom Polizeipräsidenten Dr. Diels, der mir genaue Angaben zur Tat und zur Identifizierung der 10 Opfer machte." (11)

Sommerfeldt fügte hinzu, dass dies zeige, dass alle Nazi-Führer sich gegenseitig "zu jedem Schurkenstück fähig" hielten. Er war sich auch bewusst, dass einige Leute dachten, dass er wegen seiner Nähe zu Göring auch Teil der Verschwörung war: „Diese Tatsache hat gereicht, um auch mich zum Brandstifter zu stempeln dass die Anschuldigungen gegen die anderen genauso falsch sein könnten." (12)

Im Mai 1934 wurde Martin Sommerfeldt von Göring entlassen. Nach dem Krieg veröffentlichte er Ich war dort (1949) und gab Interviews über seine Arbeit mit der NS-Regierung. (13)

Martin Sommerfeldt starb am 10.04.1969.

Ich erfuhr, dass das Feuer um 21 Uhr entdeckt wurde. Der Mann trug Feueranzünder bei sich.

Göring seinerseits konnte nicht verstehen, wie jemand nach Hitlers prophetischem Ausbruch im Reichstag einen so faden Bericht schreiben konnte. Anstatt seinen hartnäckigen Presseattaché zu überzeugen, griff er nach einem blauen Bleistift und schrie wieder: "Das ist reiner Quatsch", fuhr er fort: "Ein Zentner Brandmaterial? Nein, zehn oder gar hundert." Und er fügte meiner bescheidenen noch zwei Nullen hinzu.

Jetzt ärgerte sich auch Sommerfeldt: „Das ist ganz unmöglich, Herr Minister! Niemand kann glauben, dass ein einzelner Mann diese Last hätte tragen können...“

Göring fuhr zurück: „Nichts ist unmöglich. Warum nur einen einzigen Mann erwähnen? Es waren zehn oder sogar zwanzig Männer! Verstehst du nicht, was passiert ist?

Wenn er dachte, das würde Sommerfeldt endlich umhauen, irrte Göring: "Das glaube ich nicht, Herr Minister. Ich muss darauf bestehen, Herr Minister, dass mein Bericht auf den amtlichen Feststellungen der Feuerwehr und der Polizei beruht."

Göring blieb einen Moment sprachlos, dann warf er seinen riesigen blauen Bleistift wütend auf den Schreibtisch. „Ich werde Fräulein Grundtmann den Bericht selbst diktieren.

Göring fing an, seiner Sekretärin zu diktieren, ohne einmal aufzuhören, aber ab und zu warf er einen Blick auf ein Blatt Papier. Göring verzehnfachte meine eigenen Zahlen mit einem Seitenblick in meine Richtung.

Die so eingeführten zusätzlichen neun Täter wurden zu einem festen Bestandteil des Reichstagsbrand-„Geheimnisses“, und selbst Göring vergaß seine wahren Ursprünge. Seine zehn Kriminellen wurden von den Kommunisten begrüßt, die sie schnell zu Nazis machten.

Von der Brandnacht bis heute bin ich davon überzeugt, dass der Reichstag weder von den Kommunisten noch von Hermann Göring angezündet wurde, sondern dass das Feuer das Widerstandsstück von Dr die Gestapo untersucht das Verbrechen. Dies wurde mir zum einen von Ernst, dem Chef der Berliner Sturmtruppen, der von giftigem Goebbels-Hass erfüllt war, und zum anderen vom Polizeipräsidenten Dr. Diels berichtet, der mir genaue Angaben zur Tat und zur Identifizierung der 10 Opfer.

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(1) Karl R. Bambach, Heideggers Wurzeln: Nietzsche, der Nationalsozialismus und die Griechen (2005) Seite 307

(2) Daniel Uziel, Die Propagandakrieger: Die Wehrmacht und die Konsolidierung der deutschen Heimatfront (2008) Seite 385

(3) Louis L. Snyder, Enzyklopädie des Dritten Reiches (1998) Seite 286

(4) Benjamin Carter Hett, Brennen des Reichstags: Eine Untersuchung des anhaltenden Mysteriums des Dritten Reiches (2014) Seite 85

(5) Rudolf Diels, Luzifer Ante Portas: Von der Trennung zu Heydrich (1950) Seite 221

(6) Richard Overy, Göring: Der Eiserne Mann (1984) Seite 25

(7) Martin Sommerfeldt, Ich war dort (1949) Seite 26

(8) Richard Overy, Göring: Der Eiserne Mann (1984) Seite 25

(9) Martin Sommerfeldt, Ich war dort (1949) Seiten 60-61

(10) Fritz Tobias, Der Reichstagsbrand: Legende und Wahrheit (1963) Seite 90

(11) Martin Sommerfeldt, Brief an Richard Woolf (18. Januar 1956)

(12) Martin Sommerfeldt, Ich war dort (1949) Seite 30

(13) Benjamin Carter Hett, Brennen des Reichstags: Eine Untersuchung des anhaltenden Mysteriums des Dritten Reiches (2014) Seite 196


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